2007: resonancias

Der Neue Merker, Wien

Meisterhafte Mischung und keineswegs alltägliche Qualität

80 spannende und ergreifende Minuten: Eine meisterhafte Mischung und in dieser Qualität keineswegs alltäglich...Flamencos en route heisst die renommierte Compagnie von Brigitta Luisa Merki, die diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Die Aargauerin Merki- Tänzerin, Choreografin und Pädagogin - war Meisterschülerin der bekannten Tänzerin Suana, einer Schweizerin wie sie, die schon vor ihr dem Flamenco anheim fiel und auf Tourneen weltweite Erfolge feierte. Merki trat in ihre Fusstapfen, gründete 1984 die „ Flamencos en route“ und wurde 1994 die künstlerische Leiterin dieser international zusammengesetzten Truppe, die selbst in Spanien bejubelt wird. Doch Merkis Choreografien gehen inzwischen weit über den Flamenco hinaus. Im Jahr 2004 erhielt sie den Hans-Reinhart-Ring, die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz.
So schwingen jetzt in Königsfelden keine Rüschen und Volants, nichts da von Folklore. Vier Paare sind auf der Bühne. Was sich hier entfaltet, ist ...so alt wie die Menschheit: die Beziehung von Mann und Frau. Und die zeigt sich mal emotionsgeladen, mal erotisch, mal kriegerisch und mal zärtlich... Tänzerisch betrachtet verwandeln sich exakte Beinarbeit, Kastagnetten und rhytmisches Händeklatschen nahtlos und völlig natürlich in modernen Ausdruckstanz. Eine meisterhafte Mischung und in dieser Qualität keineswegs alltäglich...
Die Resonanz: riesiger Beifall und rhythmisches Trampeln.

Der Neue Merker, Wien, 04.07.2007


Aargauer Zeitung

Echo eines Gesamtkunstwerks

„resonancias“, das ist auch die Summe aller Summen in Brigitta Luisa Merkis Laufbahn.
Die Taftfülle der Kleider betört das Auge. Doch die Kostüme sind mehr - sie sind Instrumente. Die gebauschten Röcke schleifen über den Boden und entfalten so eine Geräuschhaftigkeit von fast schon narkotischer Wirkung. Setzt die Musik ein vergrössert sich der Bewegungsradius der Frauen. Doch die wahre Inbesitznahme des Raumes erfolgt später: Wenn das Tor aufspringt und die Tänzer in die Kirche schreiten. Mit ihren Stäben erinnern sie an Pilger. Die Musik schweigt. Dafür setzen Füsse und Stäbe zu einem Staccato- Gewitter an- auch das fulminanter Bestandteil eines Gesamtkunstwerks von Raum-,Körper-,Klang-, Bewegungs-und Bildresonanzen.

Aargauer Zeitung, 24.06.2007


Neue Zürcher Zeitung

Harmonisch, dicht gestrickt und effektvoll fügen sich die Elemente von „resonancias“ aneinander: eine prefekte, präzis konstruierte Inszenierung aus Licht, Musik und Tanz. Ungemein beeindruckend die Energie und Virtuosität der Flamencos. „ resonancias ist ein gewaltiges, in sich stimmiges Spektakel
... Sie murmeln, schreiten, flüstern, huschen über den Boden. Die vier Tänzerinnen tragen opulente Gewänder aus märchenhaftem Taft. Stoff raschelt, Perlenketten klirren aneinander, von irgendwo heult der Wind.- In Bewegung sein, unterwegs sein: Seit mehr als zwanzig Jahre suchen Flamencos en route den traditionellen spanischen Tanz behutsam ins Hier und Heute zu holen. Tänzerische Expeditionen, in denen sie sich immer wieder über Grenzen hinwegsetzen und die strengen Formen des Flamenco auf eine zeitgenössische Bewegungssprache und andere Kunstformen treffen lassen...
Vier Tänzer halten Einzug und rammen in explosivem Rhythmus die Absätze ihrer Schuhe auf den Boden. Die vier Paare entfachen eine tänzerische Corrida, in der sie sich in perfekten, kraftvollen Bewegungen umkreisen, bis ihre Bewegungen immer sanfter geraten, die Gesichtsauszüge immer weicher werden. Neben zeitgenössischem Bewegungsmaterial zitiert die Choreografin unter anderem auch mittelalterliche Hoftänze und wird begleitet von einer teils live musizierten teils vom Band gespielten Collage aus voluminösen Flamencogesängen, Pianokaskaden, Chorälen ...

Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2007


Regional, Brugg

Ein toller Schmaus für alle Sinne

Meistehafte Inszenierung eines Gesamtkunstwerks, Einklang der Künste.
Als Tanztheater mit enormem Momentum neu ausgestattet mit Elementen, die über den Flamenco hinausreichen, die Empfindsamkeiten des Publikums aufrühren, Spannungen aufbauen und auch lösen. Da kann man sich ergreifen lassen, beeindruckt von der tänzerischen Qualität aller Protagonisten- und die Entführung in eine andere Welt ist gelungen.

Regional, Brugg, 23.06.2007